Sonnengarten Solln

Im Portrait

Wir stellen uns vor

Unter dem Motto "Gemeinsam. Ökologisch. Gärtnern. Neues erproben." entstand im Frühjahr 2014 der rund 1400qm große Sonnengarten Solln. Die ehemals brachliegende Ackerfläche in der Littmannstraße 25, eingebettet zwischen Mehrfamilienhäusern und Feldern, wird seitdem durch eine Gartengemeinschaft bewirtschaftet und verwandelt sich in ein Paradies für Blumen, Obst und Gemüse.

Wir sind eine Gemeinschaft mit ca. 29 Mitgliedsfamilien, fast die Hälfte von ihnen mit minderjährigen Kindern oder Enkeln. Unsere 1400 qm große Fläche, die einerseits eingebettet ist zwischen Mehrfamilienhäusern, andererseits von der Littmannstraße und den angrenzenden Feldern begrenzt wird, ist in Parzellen von zirka 10 bis 70 qm eingeteilt. Sie werden jeweils für ein Jahr an ein Mitglied vergeben, sind nicht durch Zäune voneinander abgegrenzt und dienen vor allem einem der Hauptziele unserer Gartengemeinschaft, dem ökologischen Anbau.

Unsere Gartengeräte werden von allen Mitgliedern gemeinsam genutzt und sind dafür in einem selbst gebauten Gartenhäuschen mit Anbau untergebracht, auf einer grasbewachsenen Gemeinschaftsfläche in einem Eck des Grundstücks.

Jedes Gartenmitglied engagiert sich auch bei den Gemeinschaftsaufgaben, die in Teamarbeit erledigt werden.
Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit der Technischen Universität München (TUM) im Bereich der Wildbienenforschung und -förderung zusammen. Gemeinsam mit der TUM und durch eigenes Engagement haben wir verschiedene Lebensräume und Nistmöglichkeiten für Wildbienen und andere Insekten geschaffen. Dazu gehören ein Sandarium, Wildbienen-Nistkästen, Totholzecken und zahlreiche insektenfreundliche Pflanzen im Gemeinschaftsbereich und auf unseren Parzellen.

 

Gemeinsam.

Wir konnten uns 2015, in unserem zweiten Gartenjahr, eine Wasserleitung von den Stadtwerken zu unserm Gelände legen lassen, mit Zuschuss vom Bezirksausschuss 19. Mit viel gemeinschaftlichem Engagement gelang uns, zusammen mit einem Installateur, die interne Leitungsverlegung im Garten und der Bau von zwei Wasseranschlüssen. Die vielen Bauarbeiten im Gemeinschaftsbereich, in der Anfangsphase unseres Gartens, wurden in gemeinsamen Aktionstagen geleistet.

Alle sonstigen Gemeinschaftsaufgaben werden unter den Mitgliedern aufgeteilt, dazu gehören die Pflege von Häuschen, Anbau, Werkzeug, Grasflächen, Wegen, sowie der Bau von neuen Gemeinschaftseinrichtungen z.B. unsere 2016 entstandene neue Weinlaube für die heißen Tage, als auch viele Arbeiten für die weitere Gestaltung und Verwaltung unserer Gemeinschaft.

Zum Besprechen und Beschließen von Anliegen, die die Gemeinschaft betreffen, treffen wir uns zweimal jährlich zu Versammlungen, wo jährlich neu Gartenverwaltungsteams für die Koordination gewählt und die anstehenden Aufgaben verteilt werden. Ein Austauschabend am ersten Freitag jedes Monats findet zunehmend Interesse. Durch gemeinschaftliches Planen, Austauschen und Werken, dem zweiten Hauptziel unserer Gartengemeinschaft, entwickeln wir unsere Kommunikationsfähigkeiten weiter und lernen ein basisdemokratisches Verhalten.

Seit 2024 organisieren wir unsere gemeinschaftlichen Aufgaben in sieben Teams mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Sie kümmern sich unter anderem um die Verwaltung unserer Gartengemeinschaft, die Aufnahme neuer Mitglieder, die Pflege und Organisation des Gartens, die Öffentlichkeitsarbeit und gemeinsame Projekte. So verteilen wir die Verantwortung auf mehrere Schultern und können unsere Gemeinschaft gemeinsam gestalten und weiterentwickeln. Alle Mitglieder sind eingeladen und aufgefordert, sich aktiv einzubringen.

Das Gärtnern auf engem Raum von so vielen unterschiedlichen Menschen, die verschiedene gärtnerische Vorkenntnisse besitzen oder auch gar keine, lädt dazu ein, sich gegenseitig zu beraten, auszutauschen, sich Tipps für den ökologischen Anbau zu geben oder auch einfach mal gemütlich auf den Sitzgelegenheiten der Gemeinschaftsfläche zusammen zu sitzen und zu vespern. Die Kinder genießen das Buddeln in der Erde, das eigene Pflanzen und Ernten oder spielen miteinander rund ums Häuschen.

 

Ökologisch. Gärtnern.

Bei der Gartenarbeit stärken wir unsere Beziehung zur Erde, zu Pflanzen, zu Gartentieren, zur Natur insgesamt und entwickeln ein ökologisches Bewusstsein.

In unserm ökologischen Gemeinschaftsgarten werden auf allen Parzellen ausschließlich Bio-Dünger und Bio-Pflanzenschutzmittel eingesetzt und nach den Methoden des ökologischen Landbaus gearbeitet, auf den Einsatz von Herbiziden und anderen giftigen und chemischen Substanzen wird verzichtet. Jungpflanzen und Saatgut beziehen wir nach Möglichkeit aus biologischer Produktion. Für die Verbesserung der Erde setzen wir torffreie Erde und Mist aus Zeiten ein, in denen die Tiere nicht entwurmt oder anderweitig pharmakologisch behandelt wurden.

Was auf den Parzellen angebaut wird, können die über 60 SonnengärtnerInnen jeden Alters für ihre übernommene Parzelle jeweils selbst entscheiden - auch ein mehrjähriger Anbau, z.B. von Johannisbeeren, ist möglich und wird gerne genutzt. Neben Gemüse, Kräutern und Beerenobst haben auch Blumen, niedrige Ziersträucher und einzelne Zwergobstbäume ihren Platz.

 

Garten heißt nicht nur Frühjahrsblühen und Sommerpracht, sondern heißt vor allem: die tägliche Ankunft des Unvermuteten.

 Jürgen Dahl (1929-2001)Schriftsteller und Journalist
 
Bekannt wurde Jürgen Dahl durch seine Gartenkolumnen in den Zeitschriften natur, kraut & rüben, Flora und dem ZEITmagazin sowie als Autor zahlreicher philosophischer und naturwissenschaftlicher Artikel und Bücher.

Unsere Geschichte

Ein kurzer Blick zurück

Der Sonnengarten entstand, nachdem die Pachtverträge für den Haderner Kulturgarten und Bienengarten (beides Gemeinschaftsgärten beim Agenda2030-Verein ergon e.V.) gekündigt wurde und die Gärten dort Ende Februar 2014 aufgegeben werden mussten.

Die im Münchner Süden ansässigen Gartenfreunde aus der Haderner Gemeinschaft suchten dort nach einem neuen Stück Land für die gemeinsame Bewirtschaftung und wurden mit Unterstützung der Stadt München am Südrand der Parkstadt Solln fündig, wo sie zusammen mit vielen neuen Interessenten den "Sonnengarten Solln" - wiederum unter der Trägerschaft von ergon e.V. - gründeten.

Andere ehemalige Haderner Gartenmitglieder zogen zusammen mit ihren Bienenvölkern nach München-Pasing in den Schlagweg 12, wo sie, auch als Mitglied des Vereins ergon e.V. , den neuen "Bienengarten Pasing" entstehen ließen - einer der Partnergarten des Sonnengartens Solln.

Weitere Informationen sowie Bilder & Presseartikel aus dem alten Garten finden Sie unter: https://www.unseregemeinsamesache.de

Wie sich unser Garten entwickelt hat

Seit der Gründung im Jahr 2014 hat sich im Sonnengarten Solln viel getan. In den ersten Jahren standen vor allem der Aufbau des Gartens, die gemeinsame Arbeit und die Gestaltung der Flächen im Mittelpunkt.

Mit der Zeit kamen neue Themen hinzu. Seit 2021 arbeiten wir mit der TU München an Projekten rund um Wildbienen. Auch der Erhalt der Grünflächen in unserer Umgebung hat uns in den vergangenen Jahren beschäftigt. 2024 gab es dazu eine wichtige Entscheidung zugunsten der Flächen südlich unseres Gartens.

2025 haben wir weitere Lebensräume für Insekten geschaffen, unter anderem mit einem Wildbienen-Nistkasten und einem Sandarium. Gleichzeitig entwickeln wir unsere Zusammenarbeit und die Organisation im Garten weiter. Seit 2026 unterstützen erfahrene Mitglieder neue Gartlerinnen und Gartler beim Einstieg.

 

Stark verwurzelt und gut vernetzt.

Durch den Verbund und die Zusammenarbeit des Sonnengartens Solln mit vier weiteren, sehr unterschiedlichen Gemeinschaftsgärten des Agenda-2030-Vereins ergon e.V., dem Bienengarten Pasing, dem Grünstreifen in Oberföhring, dem Tauschgarten Perlach und dem Waldschmausgarten in Holzhausen, erhalten wir Anregungen und Unterstützung, ebenso wie von den Veranstaltungen unseres Trägervereins ergon e.V. selbst.

Auch mit anderen Gemeinschaftsgärten stehen die Mitglieder des Sonnengartens Solln im Austausch, innerhalb Münchens bei Treffen der urbanen Gärten zweimal jährlich im ÖBZ, und überregional über Fortbildungen, Treffen und Internetforen, die von der „Anstiftung“ veranstaltet werden.

Zu unserm sommerlichen Gartenfest sind Freunde, Nachbarn und Interessierte herzlich willkommen, ebenso jederzeit zu einem Rundgang durch unsern Garten. Auch der Austausch über den Gartenzaun mit den vielen Spaziergängern wird gepflegt und trägt ganz wesentlich zu unserer Akzeptanz in der Umgebung bei. In Zusammenarbeit mit der Spiellandschaft Stadt e.V. luden wir Schulkinder zu Gartenrundgängen und kleinen Aktionen wie den Bau eines Wildbienen-Nistkastens, Buttern mit Kräutern u. ä. ein. 

In den Jahren 2021-23 boten wir zusammen mit einem Imkermeister und dessen Bienenvolk einen Bienenerlebnisvormittag für Schulklassen an, der mit Gartenrundgängen kombiniert wurde.

 

Ein Garten kann eine Welt für sich werden, dabei ist ganz gleich, ob dieser Garten groß oder klein ist.

 Hugo von Hoffmannthal (1874-1929)Österreichischer Schriftsteller und Lyrist
 
Bekannt ist Hugo von Hofmannsthal auch für das Theaterstück "Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes", das 1911 uraufgeführt wurde. Des Teufels letzte Worte, nachdem er den Jedermann nicht bekommen hat: "Die Welt ist dumm, gemein und schlecht. Und geht Gewalt allzeit vor Recht, Ist einer redlich, treu und klug, Ihn meistern Arglist und Betrug."